
Ja was ist nur los mit den jungen Menschen? Es wächst eine Generation heran, in der sich viele nicht mehr ohne weiteres in vorgegebene Berufswege eingleisen und Bestehendes hinterfragen. „Mehr 'Y' bitte, in uns allen“, hätte ich beinahe geschrieben, nachdem ich den unten geposteten Artikel gelesen hatte.
Aber handelt es sich hier um eine Entwicklung die speziell dieser Altersgruppe zuzuschreiben ist? "Die Jungen wissen, dass sie noch mindestens 40 Arbeitsjahre vor sich haben und dass man das nur durchhält, wenn man von seiner Aufgabe hundertprozentig überzeugt ist." sagt Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen.
Der Unterschied liegt wohl darin, dass junge Erwachsene bei ihrer beruflichen Orientierung sinnerfüllte Arbeit als Wert von Anfang an in ihre Überlegungen einbeziehen.
Ältere Semester wurden aus Erfahrung klug, denn immer häufiger kann man Berichte lesen oder Menschen treffen, Middle-Ager (40- 50 jährige), die noch einmal durchstarten. Nach Jahren, in denen sie versucht haben, zu tun, was man von ihnen erwartet, schaffen sie sich ein anderes Arbeitsumfeld, entscheiden sich für die Selbstständigkeit, beginnen etwas ganz Neues.
Mit mangelndem Ehrgeiz hat das nichts zu tun.
Nicht selten führt die Entschlossenheit etwas zu ändern auch bei den Middle-Agern zu einem Start up. … Weil auch sie es sich leisten können? Die einen (Generation Y) haben noch keine Familie und die anderen (Middle-Ager) sind Single, leben getrennt oder haben erwachsene Kinder. Vielleicht fällt es in einer solche Situation leichter, mutig zu sein. Vielleicht.
Immer beginnt es aber damit, die Umstände nicht mehr als unverrückbar zu betrachten. Möglichkeiten auszuloten, Risiken abzuwägen und ggf. kalkuliert in Kauf zu nehmen. Wenn wir warten bis alles sicher ist, wird nichts geschehen, weil wir diese Punkt nie erreichen.
Ändern, Aussteigen, eine Start up gründen – sind keine Werte in sich. Man kann auch als Verwaltungsangestellter, Personaler oder Ingenieur über Jahrzehnte in der gleichen Firma glücklich sein und bleiben, weil es einfach passt.
Mehr Eigen-Sinn also und nicht einfach mehr „Y“. Mehr Gespür dafür, was ich zu leisten imstande bin und brauche, um gut leben zu können. Und genug Eigensinn, um viele andere Interpretationen des „gut Lebens“ um mich herum zuzulassen.