Samstag, 17. Oktober 2015

Es gibt immer einen Weg - Fazit einer jungen Frau die ihre Profession gefunden hat





fye:
Sylvia, Du hast mit viel Ausdauer Deinen eigenen Weg gefunden, hin zu einem Berufsfeld, dass Dir entspricht. Wenn Du heute auf Deine Schulzeit zurückschaust, welche Erinnerungen verbindest Du damit?
S:
Ich bin immer gern zur Schule gegangen. Ich bin schon gern in den Kindergarten gegangen und auch gern zur Schule. Das war immer mein Ding. Ich denke, ich war von den Leistungen her auch ganz gut, so im oberen Drittel (lacht). Ich war auch immer schon sehr stark Autodidakt. Wenn ich kochen lernen wollte, habe ich mir ein Kochbuch genommen usw.. Das Lernen an sich, immer wieder Neues zu erfahren, hat mir einfach Spaß gemacht. Ich fand Mathe spannend, ein bisschen auch Deutsch. Das kam aber immer sehr auf die Lehrer an. Rückblickend muss man sagen, dass die Schule auf der ich war, keine sehr gute Schule war. Das ärgert mich so im Nachhinein.

fye:
Hätte es denn die Möglichkeit gegeben, auf eine andere Schule zu wechseln?

S:
Das weiß ich nicht. Aber meinen Eltern haben sich da wenig eingebracht.

fye:
Was sind Deine Eltern von Beruf
S:
Mein Vater hat fast sein ganzes Berufsleben lang als Lokführer gearbeitet. Meine Mutter hat keine Ausbildung. Sie ist, wie es damals üblich war, gleich in die Fabrik, später hat sie in der Gastronomie gearbeitet und zum Schluss als Verkäuferin im Einzelhandel.

fye:
Sylvia, Du warst eine gute Schülerin. Stand nie die Überlegung im Raum, nach der Grundschule aufs Gymnasium zu wechseln? Hast Du seitens der Grundschule keine Empfehlung dafür bekommen?
S:
In die Gespräche mit dem Klassenlehrer war ich nicht eingebunden. Ich weiß nicht, was da besprochen wurde. Da ich wegen eines Schlittenunfalls in meiner Grundschulzeit immer wieder Kopfschmerzen hatte, wollten meine Eltern mich wohl schonen und fanden, dass die Realschule leichter zu bewältigen wäre.

fye:
Hattest Du als Kind einen Traumberuf?
S:
Nee, nicht wirklich. Ich wollte mal eine Zeit lang Stuntfrau werden (lacht), aber ich glaube nicht, dass das so ernst zu nehmen war. Das lag wohl daran, dass ich in Judo richtig gut war. Das war das erste Mal, dass ich in Sport eine Eins hatte.

fye: 
Hattest Du zum Abschluss Deiner Realschulzeit eine Ahnung, in welche Richtung es für Dich beruflich gehen sollte?
S:
Mit 16 Jahren war ich ziemlich orientierungslos. Ich war deshalb auch mehrmals im BIZ (Berufsinformationszentrum). Da ging es aber eher um eine Art Stärkenportfolio. Damit konnte ich damals nicht wirklich viel anfangen. weiterlesen

Donnerstag, 17. September 2015

Da fehlt doch was


Florens Knorr, Michael Noven, Chris Reimann
Seid Ihr im täglichen Leben auch schon auf Dinge gestoßen, die euch stören? Warum nicht ändern, womit man nicht zufrieden ist? ... haben sich drei Studenten aus Wiesbaden gedacht. Ihr Fazit aus viele studienbedingten Nachtschichten: „...Kaffee erfrischt nicht, Limonade belebt nicht und Energy-Drinks waren zuckersüß und ungesund.“ Also beschlossen sie an einer Alternative zu arbeiten. Aber... „wie stellt man ein Getränk her, das gleichzeitig erfrischend, belebend und natürlich ist und wie kommt das Getränk überhaupt in die Dose?“


Die drei habens rausgefunden und ihr Getränk erfolgreich auf den Markt gebracht. Mehr zur Story unter acao.de  (Home_ Warum? Weshalb? Wieso?)
Nachlesen lohnt sich, probieren auch. Ich spreche aus Erfahrung.





Donnerstag, 20. August 2015

Grau ist alle Theorie - Städte in den Niederlanden experimentieren mit dem Grundeinkommen

Wie kann ich herausfinden, ob etwas funktioniert, wenn ich es nie probiert habe? Wie die Süddeutsche berichtet testen Städte in den Niederlanden das Grundeinkommen. Andere könnten diesem Beispiel bald folgen.
zum Artikel

Erfahrungen im Kleinen macht das Projekt "Mein Grundeinkommen" möglich. Am kommenden Samstag wird das 14. Grundeinkommen für ein Jahr verlost.
Über das Projekt 
Die Verlosung am Samstag 

Montag, 27. Juli 2015

Was kann ich denn eigentlich?

„...das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg ermittelte 2013 gewaltigen Orientierungsbedarf bei angehenden Abiturienten. Viele wirkten geradezu erschöpft – und sorgenvoll. Denn sie wissen, in der Leistungsgesellschaft wird jeder für seinen Erfolg oder Misserfolg selbst verantwortlich gemacht. Die unendlichen Möglichkeiten werden da eher als Last denn als Freiheit empfunden.
So erlebte es jedenfalls Ronja, 20, aus Lübeck. Mitten in den Abiturprüfungen vor drei Jahren schrie sie plötzlich ihre Mutter, eine Sozialpädagogin, an: "Hör endlich auf zu sagen' ihr habt alle Chancen der Welt! Das hilft mir nicht! Was kann ich denn eigentlich?" vollständigen Artikel lesen


Was kann ich denn eigentlich?

Für viele Schüler besteht die Schulzeit im bestmöglichen Erfassen von Inhalten, die sie nur mäßig
Bilquelle: ballet3_by-rolands_lakis_piqs_de
interessieren. Sie tun es, weil es verlangt wird, weil es wichtig ist für eine gute Note, weil... . Klausur schreiben, abhaken, weiter. Hin und wieder fügt es sich, dass einzelne Fächer oder Inhalte ansprechend präsentiert werden bzw. den „Nerv“eines Schülers/einer Schülerin treffen. Die Sprache lernt sich wie von allein, physikalische Experimente oder Zusammen- hänge faszinieren. Meist aber bleibt es beim Erfassen und Wiedergeben von Wissen. Unsere Kinder beenden die Schule nicht ungebildet, aber ratlos in Bezug auf die eigene Person.

 

 

Kann man in der Schulzeit etwas über sich selbst lernen?

Leider verlernen wir im Laufe unserer Bildungskarriere etwas, das uns eigentlich angeboren ist – Neugier. Am Anfang unseres Lebens ist Neugier ein enormer Motor der unsere Entwicklung vorantreibt. Wir wollen wissen, was hinter der Tür ist, im nächst höheren Regal, Klänge erzeugen, „echte“ Werkzeuge benutzen, endlich dürfen, was Größere auch dürfen. Neugier ist es, die SchülerInnen zu Themen und Tätigkeitsfeldern führt, bei denen es um mehr als um eine Information geht, in die sie eintauchen und immer wieder auch die Zeit vergessen – wenn es gut für läuft.

Fatalerweise scheinen Heranwachsende diesen Motor völlig zu verlieren, während sie damit beschäftigt sind, die ihnen gesetzten Ziele und Normen zu erfüllen. Scheitern ist nicht erlaubt, in jedem Fall ehrenrührig. Das positive Erkunden eigener Stärken und Interessen - eine Grundhaltung, kein Crashkurs - ist in der enggetakteten Wirklichkeit unserer Schulen selten anzutreffen. Arbeitsgemeinschaften und Vereine bieten hier ein wichtiges weiteres Erfahrungsfeld für alle, deren Begabungen und Interessen nicht einfach in einem Schulfach oder über Blockunterricht zu Tage treten.

Schülerleben und neugierig bleiben, geht das zusammen?

Ja, man kann Unterricht - auch über die Grundschule hinaus – von den Interessen der Schüler her gestalten. Und ja, es ist immer mit persönlichem Einsatz der LehrerInnen verbunden, weil jedes Abweichen vom Standard mehr Arbeit bedeutet. Doch Schule allein kann die Verantwortung nicht tragen. Interessen und Begabungen eines Heranwachsenden könne auf vielen Wegen im ganz normalen Leben entdeckt und gefördert werden. Dazu braucht es vor allem Menschen, die genau hinschauen, hinhören und sich Zeit nehmen für ein positives bzw. konstruktives Feedback.

Es ist toll, wenn man mit 18 Jahren eine Vorstellung hat, wo man beruflich anfange möchte. Genauso o.k. ist es, mit dem was ich weiß, zu beginnen und Erfahrungen zu sammeln. Tempo und Perfektion sind kein Garant für ein gelungenes Berufsleben. Wir entwickeln uns, lernen dazu, erwerben neue Fertigkeiten, können Ziele korrigieren bzw. präzisieren. Ein Studium oder eine Ausbildung sind damit immer erst mal ein Start in eine bestimmte Richtung. Erfahrungen, die wir sammeln und ein wachsendes Bewusstsein für die eigenen Stärken navigieren uns auf diesem Weg.

Dienstag, 2. Juni 2015

Think outside the box


THINK
OUTSIDE
THE
BOX

Was würdest du tun, lernen, wo dich einbringen wollen, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Viele Menschen führt diese Überlegung zu neuen Antworten in Bezug auf ihre Profession. Ein hilfreiches Gedankenspiel.
Aber was, wenn es hier nicht nur um theoretische Überlegungen ginge?
Was, wenn wir nicht mehr Leistungen/Qualifikationen anbieten müssen, die ein Arbeitgeber fordert (ein Modus, in dem sich die Mehrheit der Berufstätigen bewegt), sondern unser Arbeitsfeld selbst gestalten können? Was, wenn wir beruflich etwas riskieren können, weil, im Falle eines Scheiterns, nicht gleich unsere Existenz bedroht ist, da wir ein bedingungsloses Grundeinkommen beziehen?

Grundeinkommen bedeutet

  • ca. 1000€ monatlich für alle Menschen
  • ohne Bedingungen
  • zusätzlich zum Erwerbseinkommen
  • finanziert über Einkommens-/Gewinnsteuer, Umsatzsteuer, Transaktions- und/oder Vermögenssteuer
 
Eine Option die zu kollektivem Dauerurlaub führt, fürchten die einen. Mit der Sicherheit eines Grundeinkommens im Rücken wird kreatives und unternehmerisches Potenzial freigesetzt, halten andere dagegen.
Die Folgen eines bedingungslosen Grundeinkommens wurden in der Vergangenheit kontrovers und polemisch diskutiert. Weil aber alle Theorie grau ist, haben ein paar Leute beherzt den Kleinversuch gewagt und das Projekt „Mein Grundeinkommen" gestartet. Es sammelt per Crowdfunding Geld für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Immer wenn 12.000€ zusammengekommen sind, werden sie an eine Person verlost.
Neugierig geworden? Mehr über das Projekt und Personen, die auf diesem Weg ein Jahr lang ein Grundeinkommen erhalten unter:

Es ist wichtig, dass wir nicht nur nach den eingespielten Mustern von Angebot und Nachfrage – auch auf dem Arbeitsmarkt – handeln, sondern uns gedanklich auch „outside the box“ bewegen und nach neuen Wegen suchen.

Freitag, 1. Mai 2015

Mehr Eigensinn bitte

Ja was ist nur los mit den jungen Menschen? Es wächst eine Generation heran, in der sich viele nicht mehr ohne weiteres in vorgegebene Berufswege eingleisen und Bestehendes hinterfragen. „Mehr 'Y' bitte, in uns allen“, hätte ich beinahe geschrieben, nachdem ich den unten geposteten Artikel gelesen hatte.

Aber handelt es sich hier um eine Entwicklung die speziell dieser Altersgruppe zuzuschreiben ist? "Die Jungen wissen, dass sie noch mindestens 40 Arbeitsjahre vor sich haben und dass man das nur durchhält, wenn man von seiner Aufgabe hundertprozentig überzeugt ist." sagt Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen.
Der Unterschied liegt wohl darin, dass junge Erwachsene bei ihrer beruflichen Orientierung sinnerfüllte Arbeit als Wert von Anfang an in ihre Überlegungen einbeziehen.

Ältere Semester wurden aus Erfahrung klug, denn immer häufiger kann man Berichte lesen oder Menschen treffen, Middle-Ager (40- 50 jährige), die noch einmal durchstarten. Nach Jahren, in denen sie versucht haben, zu tun, was man von ihnen erwartet, schaffen sie sich ein anderes Arbeitsumfeld, entscheiden sich für die Selbstständigkeit, beginnen etwas ganz Neues.
Mit mangelndem Ehrgeiz hat das nichts zu tun.

Nicht selten führt die Entschlossenheit etwas zu ändern auch bei den Middle-Agern zu einem Start up. … Weil auch sie es sich leisten können? Die einen (Generation Y) haben noch keine Familie und die anderen (Middle-Ager) sind Single, leben getrennt oder haben erwachsene Kinder. Vielleicht fällt es in einer solche Situation leichter, mutig zu sein. Vielleicht.
Immer beginnt es aber damit, die Umstände nicht mehr als unverrückbar zu betrachten. Möglichkeiten auszuloten, Risiken abzuwägen und ggf. kalkuliert in Kauf zu nehmen. Wenn wir warten bis alles sicher ist, wird nichts geschehen, weil wir diese Punkt nie erreichen.

Ändern, Aussteigen, eine Start up gründen – sind keine Werte in sich. Man kann auch als Verwaltungsangestellter, Personaler oder Ingenieur über Jahrzehnte in der gleichen Firma glücklich sein und bleiben, weil es einfach passt.

Mehr Eigen-Sinn also und nicht einfach mehr „Y“. Mehr Gespür dafür, was ich zu leisten imstande bin und brauche, um gut leben zu können. Und genug Eigensinn, um viele andere Interpretationen des „gut Lebens“ um mich herum zuzulassen.

Mittwoch, 15. April 2015

Fähig und auch seltsam eigensinnig

Über die Generation Y ist schon viel geschrieben worden. Aber selten so ausgewogen und prägnant wie im folgenden Artikel.
Es wächst eine Generation heran, die etwas erreichen will, aber nicht um jeden Preis, bereit auch ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen. Das lässt hoffen.

Montag, 23. März 2015

Augenhöhe


Selbstbestimmung, Demokratisierung, Potentialentfaltung - unter Experten werden Trends der neuen Arbeitswelt schon länger diskutiert.
 
Umsetzung Fehlanzeige? Nein, es gibt sie, die ermutigenden Beispiele. AUGENHÖHE zeigt Unternehmen, in denen die neue Arbeitswelt bereits gelebt wird und die Menschen, die diese gestalten.
Ein interessantes Filmprojekt über eine neue Unternehmenskultur mitten in Deutschland.

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Den ganzen Film ansehen




Sonntag, 15. März 2015

Leben mit dem WENN-DANN-GESPENST

Es ist sehr anstrengend im „Wenn du nicht...,dann – Modus durchs Leben zu gehen. Wenn Du nicht besser wirst, dich anstrengst, wird es nicht reichen für...... . Die Ansicht, dass es nur top oder flop gibt, macht das Leben zu Olympischen Spielen und für viele beginnt der Wettbewerb schon sehr früh.

Besorgte Eltern hoffen darauf, dass ihre Kinder möglichst „reibungslos“ durchs Leben kommen. Übersetzt bedeutet das häufig, dass sie möglichst schneller als der Durchschnitt laufen lernen, sprechen können, sich im Kindergarten behaupten, schreiben und rechnen bevor sie in die Schule kommen, unbedingt die Empfehlung fürs Gymnasium erhalten, das richtige Studium wählen, und im Beruf Karriere machen.... Bloß nicht hängenbleiben.

Herzlich willkommen auf der Denkautobahn. Warum akzeptieren wir ohne weiteres, dass dies der einzige Weg zu einem glücklichen und zufriedenen Leben sein soll? Ausnahmen, die dann auch noch glücken sind in ihrer Entstehung meist ein „Unfall“.

Die wenn-dann-Denkweise verhindert eine positive Sicht auf das Leben, ganz gleich ob wir für uns selbst entscheiden oder in unserer Rolle als Erziehungsberechtigte.
Kinder auf eine eine bestimmte Norm trimmen zu wollen, zeugt von einer sehr mechanistischen Denkweise. Sie verstellt den Blick auf Möglichkeiten und Potenziale. Schüler halten sich für Versager, weil sie den Erwartungen nicht entsprechen. Selber Denken lernen, Kreativität wie einen Muskel trainieren, eine starke Persönlichkeiten entwickeln – Fehlanzeige.
Und so begegne ich im Rahmen meiner Arbeit einfach zu oft jungen Erwachsenen, die bisher wenig Ermutigung erhielten, Hilfe, an sich zu glauben und auch mal etwas zu riskieren.

Also – wovor genau haben wir Angst, wenn uns das wenn-dann-Gespenst fest umklammert? Ist uns das wirklich bewusst? Was wäre ein Worst-Case-Szenario und sind die Annahmen, die wir dem zugrundelegen richtig? Haben wir realisiert, dass es eine wirkliche „Nummer sicher“ gar nicht gibt, keine lebenslangen Garantien? Und – ist das schlimm?

Für jeden Menschen eröffnen sich aufgrund seiner/ihrer Begabungen mehr interessante Tätigkeitsfelder und Wege dahin, als sie uns in Studienführern und Berufsberatungszentren vorgestellt werden. Irgendwo muss man beginnen. Die perfekte Entscheidung fürs ganze Leben braucht es nicht. Nachsteuern ist absolut o.k.. Das Leben ist dynamisch, deshalb braucht es immer wieder Kurskorrekturen. Also beginnen wir doch dies als normal und nicht als Unglück zu betrachten, mutig voranzugehen, Ideen zu entwickeln und etwas zu riskieren.
Erfahrungen machen uns reicher, auch wenn wir danach den Kurs ändern.

Montag, 2. März 2015

"Und es geht doch" — interessante Argumente für eine Berufswahl

Welcher Beruf passt zu mir? Was soll ich studieren? Bei dem Versuch die perfekte Entscheidung zu treffen, scheinen wir uns manchmal selbst im Weg zu stehen. Es kann einfacher, spontaner und trotzdem gut gehen, wie man sieht. 

Unterwegs getroffen: Friseurmeisterin Marina P.

fye: 
Marina, wolltest Du immer schon Friseurin werden?

M:
Ich wollte alles werden. Ich bin ein neugieriger, offener Mensch und habe mich immer schon für alles Mögliche interessiert, besonders Themen, die mit kreativem Gestalten und Erschaffen zu tun haben — also Mode, Design, Architektur, Kunst usw.. Anfangs wusste ich nur, was ich nicht wollte,
einen Verwaltungsjob und nichts bei dem ich Blut anderer Menschen sehen muss.

fye: 
Was gab den Ausschlag für eine Friseurlehre?

M: 
Meine Haare. Als Teenager musste ich mir öfter von Friseuren anhören, dass Frisuren, die ich gern haben wollte, mit meinen Haaren nicht funktionieren. Ich wollte beweisen, dass es doch geht.

fye: 
Offensichtlich wolltest du nicht einfach nur irgendwo als Friseurin arbeiten, denn inzwischen hast du sogar deinen eigenen Laden.

M: 
Zuletzt habe ich in einem Salon mit vielen Kolleginnen gearbeitet. Da hat es mir auch gefallen. Aber das war nicht mein Ziel. Ich wollte weiter. Ich wollte "fliegen", meinen eigenen Laden haben und noch einiges mehr. Jetzt kann ich mehr bei mir sein, meinen eigenen Rhythmus gehen, selbst entscheiden welche und wie viele Fortbildungen ich besuche usw..
Ich liebe meine Arbeit und über mangelnde Kundschaft kann ich mich nicht beklagen.:)

fye: 
Bist du am Ziel?

M: 
Wer so in die Welt schaut, wie ich, ist das wohl nie. Vorstellen kann ich mir noch so einige weitere Schritte. Ob es dazu kommt, wird die Zukunft zeigen.
................

Kurz nach unserem Gespräch hatte ich ein Dé­jà-vu als ich die Werbung zu folgendem Buch über Frauen, die ihre Träume wahr machen las. :) :) Manchmal passt es eben.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Wer die Wahl hat, hat die Qual. ODER Weil alles geht, geht oft nichts.






Stellt euch vor, ihr betretet einen tollen Buchladen oder ein Schokoladengeschäft, je nach Vorliebe. Ihr könnt frei wählen. Geld ist nicht der begrenzende Faktor. Wie viel Zeit wird wohl vergehen, bis ihr „das Richtige“ gefunden habt? Was zunächst wie ein großer Genuss erscheint, ist oft auch ein ziemlicher Overkill. Mit welcher Sorte/ welchem Buch soll ich beginnen? Probiere ich mal was ganz Abgefahrenes oder bleibe ich bei dem, was mir vertraut ist? Folge ich den Anpreisungen des Herstellers/ Verlages... um dann festzustellen, dass sich der versprochene Genuss gar nicht einstellt. „Also, das ist ja gar nicht meins.“

Wenn die Wahl bei vergleichsweise banale Dingen schwer fallen kann, wie sieht es dann bei Entscheidungen mit größere Tragweite

Donnerstag, 29. Januar 2015

Interview mit dem 3D Artist Matthias Wagner



fye:
Matthias, Du bist 28 Jahre alt, also noch in einer Zeit geboren, in der es kein Internet gab und private PC`s eher selten waren. Wie ist aus Dir ein Computerfreak geworden?

M:
Mit dem Computerspielen habe ich schon in der Grundschulzeit begonnen. Mein Vater ist sehr technikaffin, deshalb besaßen wir schon relativ früh einen Computer. Der war nicht der Beste der Welt, aber man konnte darauf spielen. Und ich hatte vor allem einen Freund, der immer die neusten Spiele besaß. Beim dem habe ich sehr oft rumgehangen. Deshalb ist da in gewisser Weise eine Leidenschaft entstanden. Meine erste größere eigene Anschaffung war später dann auch ein Computer, für den ich 4 Wochen in den Sommerferien gejobbt habe.

fye:
Eltern reagieren immer wieder besorgt, wenn ihre Kinder viel Zeit vor dem Computerbildschirm verbringen. Wie war es bei Dir?

M:
Auch meine Elten haben diese Leidenschaft mit gemischten Gefühlen beobachtet. Hin und wieder, wenn sie der Meinung waren, dass ich zu viele Stunden vor dem Bildschirm verbringe, haben sie mir den Strom abgestellt. :)

fye:
Nicht jedes Kind, dass Computerspiele liebt, will später 3D Artist werden. Ab wann wolltest Du nicht einfach nur "Gamer" sein?
  
zum vollständigen Interview: HIER

https://www.facebook.com/matis.wagner
https://artstation.com/artist/matiswagner 
bausimulator.de
 

Donnerstag, 15. Januar 2015

Etwas für möglich halten, eröffnet Räume.

Das Besondere an der Geschichte von Felix Klieser liegt für mich in ihren Anfängen. Wie viele Eltern hätten versucht, ihrem 4-jährigen Sohn, der keine Arme hat, den Wunsch Horn zu spielen, auszureden, dem kleinen Kind die schmerzliche Erfahrung dieses Scheiterns zu ersparen. Sicher, was letztlich funktionieren würde, war im Leben des kleinen Felix nur über das Trial-and-Error -Prinzip herauszufinden. Aber Horn spielen lernen, war sicher kein naheliegender Schritt.

Der Rest der Geschichte folgt der Logik von Neugier und Energiefreisetzung. Kleine Kinder besitzen noch die natürliche Neugier, etwas verstehen/können zu wollen und folgen dabei ganz unreflektiert ihren Neigungen. Wenn uns etwas fasziniert, ob wir nun 5 oder 50 Jahre sind, können wir Ausdauer und Leidenschaft entwickeln.
Den Nobelpreis können dabei (schon aufgrund des Verfahrens) nur wenige erreichen, aber ein Leben in dem wir lieben, was wir tun und wirksam sind schon.

Montag, 5. Januar 2015

Sie möchten ein Instrument erlernen, wurden aber ohne Arme geboren.

Sind sie musikalisch? Hatten Sie Eltern, die sie zur musikalischen Früherziehung begleiteten oder der Meinung waren, es gehört zu einer guten Bildung, ein Instrument zu spielen? 
Ein Instrument spielen zu können (Begabung hin oder her), verlangt Ausdauer und diese bringen die meisten nur auf, wenn sie Freude an dem haben, was sie tun. Kinder die ein Instrument lernen, nur weil die Eltern es wollen, nutzen die erste sich bietende Gelegenheit, um damit aufzuhören. 
Doch jetzt erhöhen wir mal den Schwierigkeitsgrad. Sie möchten ein Instrument erlernen, wurden aber ohne Arme geboren. Geht nicht? Geht doch. Bewiesen hat es Felix Klieser. Er ist heute mit 23 Jahren ein preisgekrönter Hornist. https://www.youtube.com/watch?v=Y6M04BZPJZM
felixklieser.de

Eine Ausnahme, die nicht zu verallgemeinern ist? Musikalische Betätigung kann vielfältig sein und muss nicht in eine Solokarriere münden. Ganz gleich in welchen Themenbereichen wir uns bewegen, wenn bei unserem Engagement Energie zurückfließt und wir Leidenschaft entwickeln, eröffnen sich neuen Wege und Möglichkeiten. Felix Klieser wusste schon mit 4 Jahren, das er gerne Horn spielen möchte. Andere verstehen erst im Alter von 40 Jahren, was ihren Gaben und ihrer Persönlichkeit entspricht, erlernen eine weiteren Beruf, gründen ein kleines Unternehmen oder ergänzen ihre Freizeitbetätigungen um entsprechende Aktivitäten. Wichtig ist nicht, wann wir die Weichen stellen, sondern allein dass wir die Richtung in unserem Sinne einschlagen oder korrigieren.