Donnerstag, 17. März 2016

Neue Wege gehen

"... das Furchtbarste, was ein Schulsystem hervorbringen kann, sind junge Menschen, die ihre Leidenschaft verloren haben, die nur noch eine Leidenschaft kennen: eine gute Zensur zu kriegen." Der Hirnforscher Prof. Gerald Hüther mahnt, dass es Lehrer/ Begleiter braucht, die als Hebammen für das Potenzial, die Interessen, Leidenschaften ihrer Schüler fungieren.
Der Film (2.43min) beschreibt sicher auch Extreme, ist aber ein wichtiger Diskussionsbeitrag, wohin sich unser Bildungssystem entwickeln sollte, nicht nur versuchsweise. Denn es gibt sie auch in Deutschland, die Versuchs- oder Projektschulen, die neue Wege gehen und das sehr erfolgreich.

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Montag, 14. März 2016

Wer macht noch eine Ausbildung?


Restaurantfachfrau/mann zählt derzeit zu den unbeliebtesten Ausbildungsberufen
„Handwerk hat goldenen Boden“ – hieß es früher mal. Inzwischen steigt die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze Jahr für Jahr? Laut DIHK-Ausbildungsumfrage 2015 war es für Unternehmen noch nie so schwer, Auszubildende zu gewinnen. „32 Prozent der Betriebe konnten 2014 nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Zehn Jahre zuvor waren es nur 12 Prozent. “
Die Ausbildung hat ein Image-Problem.
Obwohl Unternehmen inzwischen einiges auf die Beine Stellen, ist es bisher nicht gelungen, dem reflexartigen Run auf Hochschulen und Universitäten ein attraktives Angebot entgegenzusetzen. Ausbildung oder Duales Studium das ist etwas für die, die (sorry)kein Abi haben, sich die Uni nicht zutrauen, oder ihr Studium abbrechen – so scheint es.

Heute reden alle von Diversität. Unser Bildungssystem hinkt dieser Entwicklung deutlich hinterher. Unterschiedliche Schulformen können ein guter Ansatz sein, Schüler ihren Begabungen entsprechend zu fördern. Wenn aber, neben Gymnasien, alle anderen Bildungswege als Nebenstraßen ins Berufsleben angesehen werden, sicher nicht. Menschen sind unterschiedlich, in ihren Interessen und auch im Hinblick darauf, wie sie sich Inhalte oder Arbeitsschritte aneignen und verinnerlichen können. Deshalb führen zwangsläufig verschieden Ausbildungs- bzw. Qualifizierungswege zu einem interessanten Arbeitsfeld. Diese verschiedenen Möglichkeiten sich ein Berufsfeld zu erschließen, sind wichtig und nicht als Ranking zu verstehen, denn unterschiedliche Herangehensweisen an eine Aufgabenstellung können bereichern und zu neuen Lösungen führen. Daüber hinaus ist es wichtig immer mal wieder das große Ganze in den Blick zu nehmen. Arzt ist ein toller Beruf. Aber Ärzte können nicht arbeiten, ohne dass andere Krankenhäuser bauen, Instrumente und Maschienen herstellen usw..
Interessante Aufgaben finden sich in vielen Berufsfeldern. Es wird Zeit den Blick zu weiten.

Freitag, 15. Januar 2016

Es muss gar kein 6er im Lotto sein

Stell Dir vor, Du erhältst ein Jahr lang monatlich 1000€ als bedingungsloses Grundeinkommen. Was würdest Du in so einem Fall tun?

„Etwas zurück geben, meinen Traum weiterleben“, hat Judith auf der Website mein-grundeinkommen.de eingetragen. Nun ist sie die 24. Gewinnerin eines bedingungslosen Grundeinkommens für ein Jahr. Ihr Kommentar:

„Ich habe mich vor ungefähr einem Jahr selbstständig gemacht, einen Businessplan geschrieben, einen Kredit aufgenommen, 60 oder 70 Stunden in der Woche gearbeitet und den Start ganz gut geschafft. Aber nun heißt es: Budder bei die Fische, das Geschäft weiter etablieren, den Kredit abzahlen, Lieferanten und Mitarbeiterinnen ordentlich entlohnen. Dass ich mich im kommenden Jahr nicht um mein eigenes Einkommen sorgen muss, verschafft mir Leichtigkeit und meinem jungen Unternehmen ordentlich Luft. Ich werde im kommenden Jahr nicht weniger arbeiten, sondern wie angekündigt weiter meinen Traum leben und meine Energie weiter in den Laden stecken.
Den anderen Teil meiner Ankündigung, nämlich etwas zurück zu geben, will ich auch wahr machen...“

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Samstag, 17. Oktober 2015

Es gibt immer einen Weg - Fazit einer jungen Frau die ihre Profession gefunden hat





fye:
Sylvia, Du hast mit viel Ausdauer Deinen eigenen Weg gefunden, hin zu einem Berufsfeld, dass Dir entspricht. Wenn Du heute auf Deine Schulzeit zurückschaust, welche Erinnerungen verbindest Du damit?
S:
Ich bin immer gern zur Schule gegangen. Ich bin schon gern in den Kindergarten gegangen und auch gern zur Schule. Das war immer mein Ding. Ich denke, ich war von den Leistungen her auch ganz gut, so im oberen Drittel (lacht). Ich war auch immer schon sehr stark Autodidakt. Wenn ich kochen lernen wollte, habe ich mir ein Kochbuch genommen usw.. Das Lernen an sich, immer wieder Neues zu erfahren, hat mir einfach Spaß gemacht. Ich fand Mathe spannend, ein bisschen auch Deutsch. Das kam aber immer sehr auf die Lehrer an. Rückblickend muss man sagen, dass die Schule auf der ich war, keine sehr gute Schule war. Das ärgert mich so im Nachhinein.

fye:
Hätte es denn die Möglichkeit gegeben, auf eine andere Schule zu wechseln?

S:
Das weiß ich nicht. Aber meinen Eltern haben sich da wenig eingebracht.

fye:
Was sind Deine Eltern von Beruf
S:
Mein Vater hat fast sein ganzes Berufsleben lang als Lokführer gearbeitet. Meine Mutter hat keine Ausbildung. Sie ist, wie es damals üblich war, gleich in die Fabrik, später hat sie in der Gastronomie gearbeitet und zum Schluss als Verkäuferin im Einzelhandel.

fye:
Sylvia, Du warst eine gute Schülerin. Stand nie die Überlegung im Raum, nach der Grundschule aufs Gymnasium zu wechseln? Hast Du seitens der Grundschule keine Empfehlung dafür bekommen?
S:
In die Gespräche mit dem Klassenlehrer war ich nicht eingebunden. Ich weiß nicht, was da besprochen wurde. Da ich wegen eines Schlittenunfalls in meiner Grundschulzeit immer wieder Kopfschmerzen hatte, wollten meine Eltern mich wohl schonen und fanden, dass die Realschule leichter zu bewältigen wäre.

fye:
Hattest Du als Kind einen Traumberuf?
S:
Nee, nicht wirklich. Ich wollte mal eine Zeit lang Stuntfrau werden (lacht), aber ich glaube nicht, dass das so ernst zu nehmen war. Das lag wohl daran, dass ich in Judo richtig gut war. Das war das erste Mal, dass ich in Sport eine Eins hatte.

fye: 
Hattest Du zum Abschluss Deiner Realschulzeit eine Ahnung, in welche Richtung es für Dich beruflich gehen sollte?
S:
Mit 16 Jahren war ich ziemlich orientierungslos. Ich war deshalb auch mehrmals im BIZ (Berufsinformationszentrum). Da ging es aber eher um eine Art Stärkenportfolio. Damit konnte ich damals nicht wirklich viel anfangen. weiterlesen

Donnerstag, 17. September 2015

Da fehlt doch was


Florens Knorr, Michael Noven, Chris Reimann
Seid Ihr im täglichen Leben auch schon auf Dinge gestoßen, die euch stören? Warum nicht ändern, womit man nicht zufrieden ist? ... haben sich drei Studenten aus Wiesbaden gedacht. Ihr Fazit aus viele studienbedingten Nachtschichten: „...Kaffee erfrischt nicht, Limonade belebt nicht und Energy-Drinks waren zuckersüß und ungesund.“ Also beschlossen sie an einer Alternative zu arbeiten. Aber... „wie stellt man ein Getränk her, das gleichzeitig erfrischend, belebend und natürlich ist und wie kommt das Getränk überhaupt in die Dose?“


Die drei habens rausgefunden und ihr Getränk erfolgreich auf den Markt gebracht. Mehr zur Story unter acao.de  (Home_ Warum? Weshalb? Wieso?)
Nachlesen lohnt sich, probieren auch. Ich spreche aus Erfahrung.





Donnerstag, 20. August 2015

Grau ist alle Theorie - Städte in den Niederlanden experimentieren mit dem Grundeinkommen

Wie kann ich herausfinden, ob etwas funktioniert, wenn ich es nie probiert habe? Wie die Süddeutsche berichtet testen Städte in den Niederlanden das Grundeinkommen. Andere könnten diesem Beispiel bald folgen.
zum Artikel

Erfahrungen im Kleinen macht das Projekt "Mein Grundeinkommen" möglich. Am kommenden Samstag wird das 14. Grundeinkommen für ein Jahr verlost.
Über das Projekt 
Die Verlosung am Samstag 

Montag, 27. Juli 2015

Was kann ich denn eigentlich?

„...das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg ermittelte 2013 gewaltigen Orientierungsbedarf bei angehenden Abiturienten. Viele wirkten geradezu erschöpft – und sorgenvoll. Denn sie wissen, in der Leistungsgesellschaft wird jeder für seinen Erfolg oder Misserfolg selbst verantwortlich gemacht. Die unendlichen Möglichkeiten werden da eher als Last denn als Freiheit empfunden.
So erlebte es jedenfalls Ronja, 20, aus Lübeck. Mitten in den Abiturprüfungen vor drei Jahren schrie sie plötzlich ihre Mutter, eine Sozialpädagogin, an: "Hör endlich auf zu sagen' ihr habt alle Chancen der Welt! Das hilft mir nicht! Was kann ich denn eigentlich?" vollständigen Artikel lesen


Was kann ich denn eigentlich?

Für viele Schüler besteht die Schulzeit im bestmöglichen Erfassen von Inhalten, die sie nur mäßig
Bilquelle: ballet3_by-rolands_lakis_piqs_de
interessieren. Sie tun es, weil es verlangt wird, weil es wichtig ist für eine gute Note, weil... . Klausur schreiben, abhaken, weiter. Hin und wieder fügt es sich, dass einzelne Fächer oder Inhalte ansprechend präsentiert werden bzw. den „Nerv“eines Schülers/einer Schülerin treffen. Die Sprache lernt sich wie von allein, physikalische Experimente oder Zusammen- hänge faszinieren. Meist aber bleibt es beim Erfassen und Wiedergeben von Wissen. Unsere Kinder beenden die Schule nicht ungebildet, aber ratlos in Bezug auf die eigene Person.

 

 

Kann man in der Schulzeit etwas über sich selbst lernen?

Leider verlernen wir im Laufe unserer Bildungskarriere etwas, das uns eigentlich angeboren ist – Neugier. Am Anfang unseres Lebens ist Neugier ein enormer Motor der unsere Entwicklung vorantreibt. Wir wollen wissen, was hinter der Tür ist, im nächst höheren Regal, Klänge erzeugen, „echte“ Werkzeuge benutzen, endlich dürfen, was Größere auch dürfen. Neugier ist es, die SchülerInnen zu Themen und Tätigkeitsfeldern führt, bei denen es um mehr als um eine Information geht, in die sie eintauchen und immer wieder auch die Zeit vergessen – wenn es gut für läuft.

Fatalerweise scheinen Heranwachsende diesen Motor völlig zu verlieren, während sie damit beschäftigt sind, die ihnen gesetzten Ziele und Normen zu erfüllen. Scheitern ist nicht erlaubt, in jedem Fall ehrenrührig. Das positive Erkunden eigener Stärken und Interessen - eine Grundhaltung, kein Crashkurs - ist in der enggetakteten Wirklichkeit unserer Schulen selten anzutreffen. Arbeitsgemeinschaften und Vereine bieten hier ein wichtiges weiteres Erfahrungsfeld für alle, deren Begabungen und Interessen nicht einfach in einem Schulfach oder über Blockunterricht zu Tage treten.

Schülerleben und neugierig bleiben, geht das zusammen?

Ja, man kann Unterricht - auch über die Grundschule hinaus – von den Interessen der Schüler her gestalten. Und ja, es ist immer mit persönlichem Einsatz der LehrerInnen verbunden, weil jedes Abweichen vom Standard mehr Arbeit bedeutet. Doch Schule allein kann die Verantwortung nicht tragen. Interessen und Begabungen eines Heranwachsenden könne auf vielen Wegen im ganz normalen Leben entdeckt und gefördert werden. Dazu braucht es vor allem Menschen, die genau hinschauen, hinhören und sich Zeit nehmen für ein positives bzw. konstruktives Feedback.

Es ist toll, wenn man mit 18 Jahren eine Vorstellung hat, wo man beruflich anfange möchte. Genauso o.k. ist es, mit dem was ich weiß, zu beginnen und Erfahrungen zu sammeln. Tempo und Perfektion sind kein Garant für ein gelungenes Berufsleben. Wir entwickeln uns, lernen dazu, erwerben neue Fertigkeiten, können Ziele korrigieren bzw. präzisieren. Ein Studium oder eine Ausbildung sind damit immer erst mal ein Start in eine bestimmte Richtung. Erfahrungen, die wir sammeln und ein wachsendes Bewusstsein für die eigenen Stärken navigieren uns auf diesem Weg.