Montag, 23. März 2015

Augenhöhe


Selbstbestimmung, Demokratisierung, Potentialentfaltung - unter Experten werden Trends der neuen Arbeitswelt schon länger diskutiert.
 
Umsetzung Fehlanzeige? Nein, es gibt sie, die ermutigenden Beispiele. AUGENHÖHE zeigt Unternehmen, in denen die neue Arbeitswelt bereits gelebt wird und die Menschen, die diese gestalten.
Ein interessantes Filmprojekt über eine neue Unternehmenskultur mitten in Deutschland.

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Sonntag, 15. März 2015

Leben mit dem WENN-DANN-GESPENST

Es ist sehr anstrengend im „Wenn du nicht...,dann – Modus durchs Leben zu gehen. Wenn Du nicht besser wirst, dich anstrengst, wird es nicht reichen für...... . Die Ansicht, dass es nur top oder flop gibt, macht das Leben zu Olympischen Spielen und für viele beginnt der Wettbewerb schon sehr früh.

Besorgte Eltern hoffen darauf, dass ihre Kinder möglichst „reibungslos“ durchs Leben kommen. Übersetzt bedeutet das häufig, dass sie möglichst schneller als der Durchschnitt laufen lernen, sprechen können, sich im Kindergarten behaupten, schreiben und rechnen bevor sie in die Schule kommen, unbedingt die Empfehlung fürs Gymnasium erhalten, das richtige Studium wählen, und im Beruf Karriere machen.... Bloß nicht hängenbleiben.

Herzlich willkommen auf der Denkautobahn. Warum akzeptieren wir ohne weiteres, dass dies der einzige Weg zu einem glücklichen und zufriedenen Leben sein soll? Ausnahmen, die dann auch noch glücken sind in ihrer Entstehung meist ein „Unfall“.

Die wenn-dann-Denkweise verhindert eine positive Sicht auf das Leben, ganz gleich ob wir für uns selbst entscheiden oder in unserer Rolle als Erziehungsberechtigte.
Kinder auf eine eine bestimmte Norm trimmen zu wollen, zeugt von einer sehr mechanistischen Denkweise. Sie verstellt den Blick auf Möglichkeiten und Potenziale. Schüler halten sich für Versager, weil sie den Erwartungen nicht entsprechen. Selber Denken lernen, Kreativität wie einen Muskel trainieren, eine starke Persönlichkeiten entwickeln – Fehlanzeige.
Und so begegne ich im Rahmen meiner Arbeit einfach zu oft jungen Erwachsenen, die bisher wenig Ermutigung erhielten, Hilfe, an sich zu glauben und auch mal etwas zu riskieren.

Also – wovor genau haben wir Angst, wenn uns das wenn-dann-Gespenst fest umklammert? Ist uns das wirklich bewusst? Was wäre ein Worst-Case-Szenario und sind die Annahmen, die wir dem zugrundelegen richtig? Haben wir realisiert, dass es eine wirkliche „Nummer sicher“ gar nicht gibt, keine lebenslangen Garantien? Und – ist das schlimm?

Für jeden Menschen eröffnen sich aufgrund seiner/ihrer Begabungen mehr interessante Tätigkeitsfelder und Wege dahin, als sie uns in Studienführern und Berufsberatungszentren vorgestellt werden. Irgendwo muss man beginnen. Die perfekte Entscheidung fürs ganze Leben braucht es nicht. Nachsteuern ist absolut o.k.. Das Leben ist dynamisch, deshalb braucht es immer wieder Kurskorrekturen. Also beginnen wir doch dies als normal und nicht als Unglück zu betrachten, mutig voranzugehen, Ideen zu entwickeln und etwas zu riskieren.
Erfahrungen machen uns reicher, auch wenn wir danach den Kurs ändern.

Montag, 2. März 2015

"Und es geht doch" — interessante Argumente für eine Berufswahl

Welcher Beruf passt zu mir? Was soll ich studieren? Bei dem Versuch die perfekte Entscheidung zu treffen, scheinen wir uns manchmal selbst im Weg zu stehen. Es kann einfacher, spontaner und trotzdem gut gehen, wie man sieht. 

Unterwegs getroffen: Friseurmeisterin Marina P.

fye: 
Marina, wolltest Du immer schon Friseurin werden?

M:
Ich wollte alles werden. Ich bin ein neugieriger, offener Mensch und habe mich immer schon für alles Mögliche interessiert, besonders Themen, die mit kreativem Gestalten und Erschaffen zu tun haben — also Mode, Design, Architektur, Kunst usw.. Anfangs wusste ich nur, was ich nicht wollte,
einen Verwaltungsjob und nichts bei dem ich Blut anderer Menschen sehen muss.

fye: 
Was gab den Ausschlag für eine Friseurlehre?

M: 
Meine Haare. Als Teenager musste ich mir öfter von Friseuren anhören, dass Frisuren, die ich gern haben wollte, mit meinen Haaren nicht funktionieren. Ich wollte beweisen, dass es doch geht.

fye: 
Offensichtlich wolltest du nicht einfach nur irgendwo als Friseurin arbeiten, denn inzwischen hast du sogar deinen eigenen Laden.

M: 
Zuletzt habe ich in einem Salon mit vielen Kolleginnen gearbeitet. Da hat es mir auch gefallen. Aber das war nicht mein Ziel. Ich wollte weiter. Ich wollte "fliegen", meinen eigenen Laden haben und noch einiges mehr. Jetzt kann ich mehr bei mir sein, meinen eigenen Rhythmus gehen, selbst entscheiden welche und wie viele Fortbildungen ich besuche usw..
Ich liebe meine Arbeit und über mangelnde Kundschaft kann ich mich nicht beklagen.:)

fye: 
Bist du am Ziel?

M: 
Wer so in die Welt schaut, wie ich, ist das wohl nie. Vorstellen kann ich mir noch so einige weitere Schritte. Ob es dazu kommt, wird die Zukunft zeigen.
................

Kurz nach unserem Gespräch hatte ich ein Dé­jà-vu als ich die Werbung zu folgendem Buch über Frauen, die ihre Träume wahr machen las. :) :) Manchmal passt es eben.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Wer die Wahl hat, hat die Qual. ODER Weil alles geht, geht oft nichts.






Stellt euch vor, ihr betretet einen tollen Buchladen oder ein Schokoladengeschäft, je nach Vorliebe. Ihr könnt frei wählen. Geld ist nicht der begrenzende Faktor. Wie viel Zeit wird wohl vergehen, bis ihr „das Richtige“ gefunden habt? Was zunächst wie ein großer Genuss erscheint, ist oft auch ein ziemlicher Overkill. Mit welcher Sorte/ welchem Buch soll ich beginnen? Probiere ich mal was ganz Abgefahrenes oder bleibe ich bei dem, was mir vertraut ist? Folge ich den Anpreisungen des Herstellers/ Verlages... um dann festzustellen, dass sich der versprochene Genuss gar nicht einstellt. „Also, das ist ja gar nicht meins.“

Wenn die Wahl bei vergleichsweise banale Dingen schwer fallen kann, wie sieht es dann bei Entscheidungen mit größere Tragweite

Donnerstag, 29. Januar 2015

Interview mit dem 3D Artist Matthias Wagner



fye:
Matthias, Du bist 28 Jahre alt, also noch in einer Zeit geboren, in der es kein Internet gab und private PC`s eher selten waren. Wie ist aus Dir ein Computerfreak geworden?

M:
Mit dem Computerspielen habe ich schon in der Grundschulzeit begonnen. Mein Vater ist sehr technikaffin, deshalb besaßen wir schon relativ früh einen Computer. Der war nicht der Beste der Welt, aber man konnte darauf spielen. Und ich hatte vor allem einen Freund, der immer die neusten Spiele besaß. Beim dem habe ich sehr oft rumgehangen. Deshalb ist da in gewisser Weise eine Leidenschaft entstanden. Meine erste größere eigene Anschaffung war später dann auch ein Computer, für den ich 4 Wochen in den Sommerferien gejobbt habe.

fye:
Eltern reagieren immer wieder besorgt, wenn ihre Kinder viel Zeit vor dem Computerbildschirm verbringen. Wie war es bei Dir?

M:
Auch meine Elten haben diese Leidenschaft mit gemischten Gefühlen beobachtet. Hin und wieder, wenn sie der Meinung waren, dass ich zu viele Stunden vor dem Bildschirm verbringe, haben sie mir den Strom abgestellt. :)

fye:
Nicht jedes Kind, dass Computerspiele liebt, will später 3D Artist werden. Ab wann wolltest Du nicht einfach nur "Gamer" sein?
  
zum vollständigen Interview: HIER

https://www.facebook.com/matis.wagner
https://artstation.com/artist/matiswagner 
bausimulator.de
 

Donnerstag, 15. Januar 2015

Etwas für möglich halten, eröffnet Räume.

Das Besondere an der Geschichte von Felix Klieser liegt für mich in ihren Anfängen. Wie viele Eltern hätten versucht, ihrem 4-jährigen Sohn, der keine Arme hat, den Wunsch Horn zu spielen, auszureden, dem kleinen Kind die schmerzliche Erfahrung dieses Scheiterns zu ersparen. Sicher, was letztlich funktionieren würde, war im Leben des kleinen Felix nur über das Trial-and-Error -Prinzip herauszufinden. Aber Horn spielen lernen, war sicher kein naheliegender Schritt.

Der Rest der Geschichte folgt der Logik von Neugier und Energiefreisetzung. Kleine Kinder besitzen noch die natürliche Neugier, etwas verstehen/können zu wollen und folgen dabei ganz unreflektiert ihren Neigungen. Wenn uns etwas fasziniert, ob wir nun 5 oder 50 Jahre sind, können wir Ausdauer und Leidenschaft entwickeln.
Den Nobelpreis können dabei (schon aufgrund des Verfahrens) nur wenige erreichen, aber ein Leben in dem wir lieben, was wir tun und wirksam sind schon.

Montag, 5. Januar 2015

Sie möchten ein Instrument erlernen, wurden aber ohne Arme geboren.

Sind sie musikalisch? Hatten Sie Eltern, die sie zur musikalischen Früherziehung begleiteten oder der Meinung waren, es gehört zu einer guten Bildung, ein Instrument zu spielen? 
Ein Instrument spielen zu können (Begabung hin oder her), verlangt Ausdauer und diese bringen die meisten nur auf, wenn sie Freude an dem haben, was sie tun. Kinder die ein Instrument lernen, nur weil die Eltern es wollen, nutzen die erste sich bietende Gelegenheit, um damit aufzuhören. 
Doch jetzt erhöhen wir mal den Schwierigkeitsgrad. Sie möchten ein Instrument erlernen, wurden aber ohne Arme geboren. Geht nicht? Geht doch. Bewiesen hat es Felix Klieser. Er ist heute mit 23 Jahren ein preisgekrönter Hornist. https://www.youtube.com/watch?v=Y6M04BZPJZM
felixklieser.de

Eine Ausnahme, die nicht zu verallgemeinern ist? Musikalische Betätigung kann vielfältig sein und muss nicht in eine Solokarriere münden. Ganz gleich in welchen Themenbereichen wir uns bewegen, wenn bei unserem Engagement Energie zurückfließt und wir Leidenschaft entwickeln, eröffnen sich neuen Wege und Möglichkeiten. Felix Klieser wusste schon mit 4 Jahren, das er gerne Horn spielen möchte. Andere verstehen erst im Alter von 40 Jahren, was ihren Gaben und ihrer Persönlichkeit entspricht, erlernen eine weiteren Beruf, gründen ein kleines Unternehmen oder ergänzen ihre Freizeitbetätigungen um entsprechende Aktivitäten. Wichtig ist nicht, wann wir die Weichen stellen, sondern allein dass wir die Richtung in unserem Sinne einschlagen oder korrigieren.