Es ist
sehr anstrengend im „Wenn du nicht...,dann – Modus durchs Leben
zu gehen. Wenn Du nicht besser wirst, dich anstrengst, wird es nicht
reichen für...... . Die Ansicht, dass es nur top oder flop gibt,
macht das Leben zu Olympischen Spielen und für viele beginnt der
Wettbewerb schon sehr früh.
Besorgte
Eltern hoffen darauf, dass ihre Kinder möglichst „reibungslos“
durchs Leben kommen. Übersetzt bedeutet das häufig, dass sie
möglichst schneller als der Durchschnitt laufen lernen, sprechen
können, sich im Kindergarten behaupten, schreiben und rechnen bevor
sie in die Schule kommen, unbedingt die Empfehlung fürs Gymnasium
erhalten, das richtige Studium wählen, und im Beruf Karriere
machen.... Bloß nicht hängenbleiben.
Herzlich
willkommen auf der Denkautobahn. Warum akzeptieren wir ohne weiteres,
dass dies der einzige Weg zu einem glücklichen und zufriedenen Leben
sein soll? Ausnahmen, die dann auch noch glücken sind in ihrer
Entstehung meist ein „Unfall“.
Die
wenn-dann-Denkweise verhindert eine positive Sicht auf das Leben, ganz gleich ob wir für uns selbst entscheiden oder in unserer Rolle
als Erziehungsberechtigte.
Kinder
auf eine eine bestimmte Norm trimmen zu wollen, zeugt von einer sehr
mechanistischen Denkweise. Sie verstellt den Blick auf Möglichkeiten
und Potenziale. Schüler halten sich für Versager, weil sie den
Erwartungen nicht entsprechen. Selber Denken lernen, Kreativität wie
einen Muskel trainieren, eine starke Persönlichkeiten entwickeln –
Fehlanzeige.
Und so
begegne ich im Rahmen meiner Arbeit einfach zu oft jungen
Erwachsenen, die bisher wenig Ermutigung erhielten, Hilfe, an sich zu
glauben und auch mal etwas zu riskieren.
Also –
wovor genau haben wir Angst, wenn uns das wenn-dann-Gespenst fest
umklammert? Ist uns das wirklich bewusst? Was
wäre ein Worst-Case-Szenario und sind die Annahmen, die wir dem
zugrundelegen richtig? Haben wir realisiert, dass es eine wirkliche
„Nummer sicher“ gar nicht gibt, keine lebenslangen Garantien? Und
– ist das schlimm?
Für
jeden Menschen eröffnen sich aufgrund seiner/ihrer Begabungen mehr
interessante Tätigkeitsfelder und Wege dahin, als sie uns in
Studienführern und Berufsberatungszentren vorgestellt werden.
Irgendwo muss man beginnen. Die perfekte Entscheidung fürs ganze
Leben braucht es nicht. Nachsteuern ist absolut o.k.. Das Leben ist
dynamisch, deshalb braucht es immer wieder Kurskorrekturen. Also
beginnen wir doch dies als normal und nicht als Unglück zu
betrachten, mutig voranzugehen, Ideen zu entwickeln und etwas zu
riskieren.
Erfahrungen
machen uns reicher, auch wenn wir danach den Kurs ändern.